Feldbahn TUEV Norderstedt

Als ich kürzlich in der Umgegend unterwegs war, habe ich mich plötzlich daran erinnert, dass es auf dem Betriebsgelände des TÜV Norderstedt auch eine Feldbahn gibt. Das letzte Mal stand ich vor verschlossener Tür und der Lokschuppen ist von der Straße aus nicht einzusehen. Aber dieses Mal war das Tor offen. Nachdem ich mich ein wenig umgeschaut hatte, habe ich ordnungsgemäß bei der Betriebsleitung angefragt, ob ich Fotos von den Schienen machen darf, weil diese als Vorbild für modellbauerische Gestaltung geeignet sind. Etwas verwundert hat man mir dann freundlich die Aufnahmen gestattet.

Gesehen habe ich eine Jung Feldbahnlok (EL 110, FN-Nr. 11352, Baujahr 1950), einige U-Boote der ehemaligen Grube Thomas Mün(t)zer und eine Selbstbau(?)Personenlore. Ursprünglich war dort wohl auch eine Dampflok (Henschel 1927/ 20925) beheimatet, die jetzt wohl überwiegend in Deinste stationiert ist.

Die Gleisanlage verläuft – mehr oder weniger – Oval um das gesamte Betriebsgelände herum (geschätze Streckenlänge ca. 500 – 600m); es gibt – soweit ich es gesehen habe – eine Kreuzung und eine Weiche. Mir hat die Gleisanlage sehr gut gefallen, da sie über unterschiedliche Schienen (schwere, leichte, Rillenschienen) – überwiegend S12- und S18-Profil -, unterschiedliche Befestigungen (Gleisnägel, Kleineisen) und unterschiedliche Schwellen verfügt, die alle eine gute Vorlage für modellbauerische Gestaltung abgeben. Die Schwellenbreite variiert zwischen 22 und 26 cm. Der Schwellenabstand (von Schwellenmitte zu Schwellenmitte) beträgt durchschnittlich ca. 90 cm, der Abstand zwischen den Schwellen schwankt zwischen ca. 65 – 76 cm. Die durchschnittliche Schwellenlänge beträgt 1200mm – und liegt damit etwas unterhalb der mit der Formel „Schwellenlänge = 2,2 x Spurweite“ ermittelten 1320mm.

Nun gibt es Feldbahnen ja leider nicht mehr „wie Sand an Meer“ … und im Zweifelsfalle gibt es auch eher einen Rückbau als den Bau einer neuen Anlage … kurz nach meinem Besuch dort hat es nun hat es auch den Rundkurs (mit einer Weiche und einer Kreuzung) des TÜV Norderstedt getroffen. Die auf Holz- oder Stahlschwellen verlegten Schienen sind komplett demontiert und die Fahrzeuge abgeholt, die Gleisreste führen quasi ins „Nichts“ und an der Stelle zwischen Weiche und Kreuzung liegt nur noch Schotter. Lediglich die im Bereich des Betriebsgeländes eingepflasterten (Rillen-)Schienen sind noch vorhanden. Schade insbesondere insofern, als dass das die einzige Feldbahnanlage in moderater Entfernung war. Ein „Trostpflaster“ gibt es jedoch: Die Schienen und die Fahrzeuge nicht nicht einfach weg, sondern umgezogen auf das Gelände des Deutschen Feld- und Kleinbahmuseums in Deinste, wie man auch auf deren Website lesen kann – lediglich die Holzschwellen haben dort keine Verwendung gefunden, sondern wurden an den Verein Ziegeleibahn Herzfelde e.V. abgegeben.